Kirchenchor Liebfrauen

Der Kirchenchor Liebfrauen hat ca. 50 aktive Sängerinnen und Sänger. Der Chor gestaltet regelmäßig die Sonntagsgottesdienste musikalisch mit und führt in den Festgottesdiensten am Ostersonntag und am 1. Weihnachtsfeiertag große Orchestermessen auf.
Am Pfingstsonntag und an bestimmten Herren- und Heiligenfesten singt der Kirchenchor Liebfrauen hauptsächlich Orgelmessen oder kleinere Orchestermessen.
Außerdem stehen alle 2 Jahre große Konzerte auf dem Programm.
Im Repertoire sind Motetten und Lieder alter und neuer Meister, sowie kleine und große Orchester- und Orgelmessen bekannter klassischer Komponisten (Haydn, Mozart usw.), als auch Messenvertonungen aus der Romantik und Moderne (Schubert, Gounod, Vierne, Whitbourn, usw.).
Der Kirchenchor Liebfrauen probt regelmäßig jeden Mittwoch um 20.00 Uhr im Saal des Gemeindezentrums Liebfrauen (Wildunger Str. 55, 70372 Stuttgart-Bad Cannstatt).
Seit 2008 wird durch die Gesangspädagogin Monika Grauschopf in Einzel- oder Gruppenunterricht professionelle Stimmbildung angeboten.

Jubilare Kirchenchor 2016  (pdf)

Der aktuelle Probenplan ist als PDF-Datei erstellt und steht Ihnen als Download zur Verfügung:

Probenplan 2017 Kirchenchor Liebfrauen

Probenplan 2018 Kirchenchor Liebfrauen



Lebenslust und Lob Gottes



Cannstatter Zeitung 29.11.2014 - Thomas Wilk

Kirchenchor Liebfrauen glänzt bei großem Jahreskonzert 

Anspruchsvolle Stücke souverän gemeistert – 400 Zuhörer in Bad Cannstatt begeistert

Stuttgart-Bad Cannstatt. Eine „wunderbare Zeitreise in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts“ war das große Jahreskonzert, das der Kirchenchor Liebfrauen am 19. Oktober gab, eine wunderbare Reise in die Welt der Romantik mit der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy und Otto Nicolai. Dabei zeigten die 50 Sängerinnen und Sänger im Rahmen der „hora caecilia – Stunde der Kirchenmusik“ eine weitere Facette ihres Könnens und begeisterten die rund 400 Zuhörer in der vollbesetzten Cannstatter Liebfrauenkirche. Das Ensemble unter der musikalischen Leitung von Kirchenmusiker Ulrich Hafner, das sich inzwischen weit über Cannstatts Grenzen hinaus ein veritables Renommee erworben hat, wagte sich dabei erstmals an das „Magnificat“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy und die „Messe in D“ von Otto Nicolai. Gewagt, gewagt, denn: Diese Werke der beiden Komponisten, die zeitgleich wirkten, gelten in der Fachwelt als „eher schwierig zu singen“.

Dass der Chor, begleitet vom Kirchenorchester Liebfrauen, die Herausforderungen mit Bravour und einer gehörigen Portion Souveränität meisterte, spricht für das Niveau, das sich das Ensemble im Laufe der letzten Jahre erarbeitet hat. Das Tüpfelchen auf dem i waren vier Sänger von der Stuttgarter Staatsoper, die als Solisten in ihren Rollen brillierten: die Sopranistin Monika Grauschopf, Eva Maria Sutor im Alt, der Tenor Johannes Petz und Ulrich Frisch im Bass wurden zu Recht vom Publikum begeistert gefeiert.

Während des gesamten Konzerts gelang es Chorleiter Ulrich Hafner, Spannung und Konzentration bei allen Beteiligten hoch zu halten. Durch seinen energischen und gleichzeitig einfühlsamen Dirigat trieb er Sänger wie Musiker zu Höchstleistungen. Souverän und mit viel Fingerspitzengefühl führte er den Kirchenchor durch alle Nuancen und Finessen von Nicolais melodisch-romantischer Messe. Als Mendelssohns temperamentvolles Magnificat erklang, das der Komponist bereits im Alter von 13 Jahren komponiert hatte, spürten die Zuhörer in den Bankreihen der Liebfrauenkirche überdeutlich den musikalischen Jubel voller Lebenslust und Lob Gottes. Kirchenchor und Solisten riefen jede Facette authentisch, sicher, virtuos und punktgenau ab, ohne auch nur ein einziges Mal aus dem Tritt zu kommen. Respekt.

Nach zweijähriger Konzert-Abstinenz hat sich der Kirchenchor Liebfrauen mit einem Ausrufzeichen zurückgemeldet. Dass er die Zeit abseits der großen Bühne gut genutzt hatte, wurde jedem klar, der am 19. Oktober das Konzert erleben durfte.

Insofern bleibt zu hoffen, dass die Zeitreise des Kirchenchors noch nicht zu Ende ist.


Zelterplakette für den Kirchenchor Liebfrauen



Besondere Ehrung beim Benefizkonzert für das Haus Clemens von Galen in der Liebfrauenkirche

Der Kirchenchor Liebfrauen hat am Sonntag, den 17. Oktober die Zelterplakette für sein soziales musikalisches Engagement verliehen bekommen. In der Liebfrauenkirche gab er ein Benefizkonzert zugunsten der Malgruppe im Haus Clemens von Galen. Im Frühjahr verlieh Bundespräsident Horst Köhler dem Chor der Liebfrauenkirche die Zelter-Plakette, hierzulande die höchste Anerkennung für langjährige Verdienste um die „Pflege der Chormusik ... und damit um die Förderung des kulturellen Lebens.“ Diese Würdigung seines Wirkens hatte sich der 1908 gegründete Chor schon längst redlich verdient, aber ganz besonders in diesem Jahr, in dem sie das Motto „Musik von-mit-für Menschen mit Behinderungen“ für ihre „hora caecilia“-Auftritte gewählt haben. So stifteten sie den Erlös ihres Benefizkonzertes am Sonntagabend der „Kunst- und Malgruppe“ im Haus Clemens von Galen und eröffneten gleichzeitig eine Verkaufsausstellung mit Werken dieser Gruppe in ihrer Kirche. Diese Verbindung von musikalischer und sozialer Leistung bot dem stellvertretenden Bezirksvorsteher, Joachim Kübler den geeigneten Rahmen, die Zelterplakette jetzt auch offiziell zu überreichen. „Wir sind stolz auf diese Auszeichnung“ bedankte sich der Vorstand des Chores, Erich Riedel, „möchten sie aber gleich dem Mann weiterreichen, der sie eigentlich verdient“ und brachte sie Ulrich Hafner, der seit fünf Jahren den Ton angibt und seine Begeisterung und Hingabe überspringen lässt auf die Sängerinnen und Sänger, die sich gerne und erfolgreich zu einem harmonischen Klangkörper haben formen lassen. Das bewiesen sie am Sonntagabend wieder einmal auf eindringliche Weise. Dafür hatten sie drei Schmuckstücke der geistlichen Chormusik eingeübt: Haydns „Jugendmesse“, Bachs Kantate „Jauchzet Gott“ und das mitreißende „Gloria“ von Vivaldi. Das Kirchenorchester Liebfrauen begleitete souverän den Chor. Die Sopranistin Monika Grauschopf, sowie die Altistin Eva Maria Sutor setzten die strahlenden Glanzlichter auf den musikalischen Gabentisch. Das zahlreiche Publikum genoss die geschmeidige Einbettung der Solistinnen in den Wohlklang des Chores beim Werk des 17-jährigen Haydn. Und Bachs trompetenumrahmte Kantate bot Monika Grauschopf Gelegenheit, ihre ganze stimmliche Virtuosität in die zentralen Koloraturen zu legen. Im herrlichen Gloria schließlich entfalteten alle miteinander den vielschichtigen Kosmos von Vivaldis Kunst, die geistliche und weltliche Musik zusammenführte. Danach hatten die Besucher Gelegenheit, die Bilder der zwölf „anderen Künstler“ zu bewundern. Seit 16 Jahren leitetet Sabine Eckle dienstags das „Atelier“ im Haus Clemens von Galen, lotet Neigung und Talent der Kursteilnehmer aus und leitet sie an, ihre Kreativität fachgerecht umzusetzen. Dabei entstehen Bilder von erstaunlicher Intensität, großer stilistischer Vielfalt, aber immer ungebrochener Lebensfreude.


Eine Medaille zum 100. Geburtstag des Chors



Eindrucksvolles Konzert  am 19.10.08 des Kirchenchors Liebfrauen in der Liebfrauenkirche

(dl)-Mit der Palestrina-Medaille des Cäcilienverbandes ehrte Pfarrer Gerhard Idler den Kirchenchor Liebfrauen zu seinem hundertjährigen Jubiläum. Das gesungene Wort habe den Vorrang vor instrumentaler Musik in der Kirche, so erläuterte er in seiner Laudatio. Denn im Vordergrund musikalischen Handelns in der Kirche stehe die Verkündigung des Wortes Gottes. Bezirksvorsteher Thomas Jakob hob bei der Überreichung einer Ehrenurkunde den kulturellen Reichtum hervor, den der Chor dem Stadtteil vermittle. Das Festprogramm des Chores begann mit der Kantate BWV 137 „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ von Johann Sebastian Bach. Bereits in diesem Werk fiel die Geschlossenheit des Chores auf. Die Intonation war blitzsauber, die Textverständlichkeit hervorragend und die Höhen gerieten makellos. Der Chor folgte dem engagierten Dirigat seines Chorleiters Ulrich Hafner aufmerksam und entschieden. Mit glänzender Höhe gestaltete die Sopranistin Monika Grauschopf ihren Part, die Altistin Martina Langenbucher ließ einen warmen, gleichwohl schlanken Alt hören. Johannes Petz gestaltete seinen Tenorpart wendig und mit schönem Timbre. Urich Frisch ließ einen schlanken, flexiblen Bass hören und gliederte sich damit hervorragend in das gesamte Ensemble ein. Das Orchester, teils mit Berufsmusikern, teils mit Laien besetzt, begleitete klangschön, frisch und homogen. Hervorzuheben ist Ramin Trümpelmann mit seinem Violinsolo im zweiten Satz der Kantate, das er virtuos und stilistisch überaus angemessen musizierte. Die Trompete gestaltete im 3. Satz den Choral dezent, aber nachdrücklich. So geriet die Kantate zu einemwürdigen festlichen Auftakt des Festkonzertes. Wie die Solisten sich bewähren würden als gemeinsam singendes Quartett, stand indessen noch nicht fest. Die Messe „in tempore belli“ (in Kriegszeiten) von Joseph Haydn bot hierzu reichlich Gelegenheit - und siehe da, die Qualitäten der Solisten vereinigten sich zu einem angenehmen Gesamtklang, in dem niemand sich auf Kosten der anderen zu profilieren suchte. Die Messe, komponiert 1796 angesichts der Bedrohung Wiens durch Napoleon, gehört zu den eindrucksvollsten geistlichen Werken des reifen Komponisten. Allein die subtile Instrumentation lohnt jedes Hören. Im abschließenden „Agnus Dei“ hat die Pauke ihren großen Auftritt. Sie gemahnt an die herannahenden Soldaten Bonapartes. Theologisch interessant ist, dass dies geschieht, während „Das Lamm Gott, das Welt Sünde trägt“ erklingt. Hat der Komponist das Vordringen der Franzosen als göttliche Strafe empfunden? Wie dem auch sei, Chor und Orchester schlossen nahtlos an die Leistungen des ersten Werkes an und führten das Konzert zum glanzvollen Höhepunkt. Der große Beifall in der ausverkauften Liebfrauenkirche war überaus verdient.