Grundsätzliches und Vorrangiges bei der Gestaltung der Gottesdienste



Bei der Vorabendmesse am 25.11.2017 werden unser Kirchenchor und unsere Cappella Nova singen. Anschließend ist Cäcilienfeier.

Dieses Datum ist für mich ein Anlass, über Grundsätzliches und Vorrangiges bei der Gestaltung der Gottesdienste zu informieren.

Als Kind und Schüler war mir die sogenannte tridentinische Messe vertraut, in der die lateinische Sprache die Messe prägte, die Gemeinde sich auf das Handeln des Priesters konzentrierte, der selbst wieder ganz auf Gott ausgerichtet war.

 

Dem II. Vatikanische Konzil kam es nun darauf an, dass „die Christen diesem Geheimnis des Glaubens nicht wie Außenstehende und stumme Zuschauer beiwohnen; sie sollen vielmehr durch die Riten und Gebete dieses Mysterium wohl verstehen lernen und so die heilige Handlung bewusst, fromm und tätig mitfeiern.“ (Konstitution über die Heilige Liturgie, 48)

 

Der selige Papst Paul VI. versuchte dann der vorgegebenen Richtung Gestalt zu geben.

 

Seit ca. 50 Jahren wird inzwischen ein neuer Ritus praktiziert. Einige waren offenbar mit der neuen Messe nicht zufrieden und blieben bei der tridentinische Messe. Vor 10 Jahren, am 14. September 2007, wurde die „alte“, d. h. tridentinische Messe von Papst Benedikt XVI. wieder zugelassen. Am 24. August 2017 erklärt Papst Franziskus in Italien, die Liturgiereform sei „unumkehrbar“. Es geht darum, die Gründe für die Liturgiereform kennenzulernen ……, deren Leitgedanken zu verinnerlichen und die Regelungen zu befolgen.

 

Inzwischen scheint die allgemeine Entwicklung schon wieder weitergegangen zu sein. Das Interesse am Gottesdienst im Allgemeinen ist zurückgegangen. Das hängt wohl mit der Schwächung des Glaubens zusammen. In der gegenwärtigen Gottesdienstgestaltung werden die Akzente auch anders gesetzt. „Das Tun des Menschen ließ die Gegenwart Gottes fast vergessen.“ So steht es im Vorwort, das der ehemalige Papst Benedikt XVI. in diesen Tagen für die russische Ausgabe seiner Werke zur Liturgie geschrieben hat. Die Belehrung, so wie die eigene Aktivität und Kreativität würden zurzeit stark betont, wobei die Gegenwart Gottes in den Hintergrund tritt. Gott müsse im Leben und bei den Gottesdiensten stets der Vorrang zukommen. So der ehemalige Papst in seinem Vorwort.

 

Unser Kirchenchor und unsere Cappella Nova sind sich bewusst, dass sie nicht bloß zur Freude der Menschen singen, sondern vor allem zur Ehre Gottes. (vgl. J. S. Bach)

 

 

 

 

Hermann Knoblauch

Pfarrer