Ferienzeit 2017



Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit……..“.

 

Mit diesen Worten beginnt eines unserer Lieder im Gotteslob, dessen Text vom Evangelischen Dichterpfarrer Paul Gerhardt stammt. Diesem Aufruf, sich in den warmen Sommermonaten aufzumachen, um irgendwo Freude zu suchen, folgen in diesen Tagen viele Menschen. Sie vereisen, fahren in den Urlaub oder genießen ganz einfach die herrliche Landschaft zu Hause.

 

Einen ähnlichen Rat legte nun Jesus seinen Jüngern ans Herz: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht euch ein wenig aus“. (Mk 6,31) Jesus weiß, dass die Jünger mit dem Ansturm der Menschen, die seine Botschaft hören und Heilung suchen, ziemlich überfordert sind. Die Ruhepause, zu der Jesus einlädt, kommt gerade recht.

 

Das deutsche Wort „Urlaub“ geht auf das althochdeutsche Substantiv „urloup“ zurück. Dieses Wort bedeutet „Erlaubnis“. In der höfischen Sprache bezeichnete es die Erlaubnis wegzugehen, die ein Höherstehender oder eine Dame dem Ritter erteilen konnte.

 

Wer erlaubt einem, in den Urlaub zu gehen?

Gewiss sind zuvor Absprachen nötig. Die laufenden Aufgaben müssen irgendwie erfüllt werden. Letztlich aber muss ich mir selbst den Urlaub erlauben. Ich muss mir erlauben, alles los- und hinter mir zu lassen, um neue Kraft zu schöpfen.

 

Mit dem Wort Ferien oder Urlaub verbinden wir vor allem Freiheit, Freiheit von Verpflichtungen und Zwängen, Freiheit, das Leben so zu gestalten, wie man will.

 

Freiheit bedeutet nicht Zügellosigkeit. Auch hier gilt der Aspekt „Freiheit wofür?“.

 

Ich denke, dass man das, was im Katechismus aus dem Jahre 1983 über den Sonntag steht, auch auf die Ferien übertragen kann. Der Sonntag „ist der Tag der liturgischen Versammlung, der Tag der christlichen Familie, der Tag der Freude und der Muße.“ (Kat. der Kath. Kirche, 1193)

Ein Dreifaches gilt auch für die Feriengestaltung:

• Der Mensch ist begrenzt. Wenn der Bogen immer gespannt ist, dann hat er nicht mehr die Kraft, zurückzuschnellen, wenn man ihn braucht. Deshalb Entspannung.

• Das Glück des Menschen hängt entscheidend von der Qualität menschlicher Beziehungen ab.

• Und Drittens: Es gibt keine Ruhe ohne Gott. Im Psalm 62 steht: „Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe. (Ps 62,6)

 

Ich wünsche Ihnen gesegnete Ferientage!

 

 

 

 

 

Pfarrer

Hermann Knoblauch