Die Christi-Ruh-Kapelle



Die Christi-Ruh-Kapelle

 

Bei der nächsten Sitzung des Kirchengemeinderates am 27. Juni 2017 soll auch beschlossen werden, dass die Christi-Ruh-Kapelle in das Eigentum unserer Kirchengemeinde übergeht. Über die wechselvolle Geschichte dieser Kapelle steht im Unterkochener Heimatbuch von 1989 folgendes:

 

„Diese Kapelle, geborgen unter 2 mächtigen Linden, mit einem schönen Wiesenplatz unmittelbar vor der Sporthalle stehend, weist ebenfalls eine bewegte Geschichte auf. Im Jahr 1793 wird sie als Kapelle bei der Hochmühle (Geburtshaus von Bischof Karl Joseph Hefele, heute Firma ROWA). Als Besitzer erscheint Marquardt Kieninger. 1842 wurde sie abgebrochen, die Steine fanden Verwendung zu dem Stalle des Werkswirtshauses. 1850 wurde sie wieder aufgebaut, aber nicht mehr bei der Hochmühle, sondern am heutigen Platz. Schließlich ging die Kapelle in den Besitz der Papiermühle über. Als 1931 Alfons Kieninger das landwirtschaftliche Anwesen der Papierfabrik Unterkochen erwerben konnte, würde im Verlaufe der Verkaufsverhandlungen die Kapelle als Schenkung des damaligen Direktors Stadler an die heute Besitzerin Antonie Kieninger (Gasthof zum „Adler“) in treue Obhut übergeben. Man schrieb den 23.01.1931. Wenn auch der Künstler nicht bekannt ist, der den aus Stein gehauenen Christus geschaffen hat, so mögen doch viele Menschen Trost gefunden haben im Anblick des Herrn, der, vom Kreuztragen ermüdet und erschöpft, auf der Bank ausruht, das Haupt in die rechte Hand schmiegend und den Arm auf das Knie stützend, während er das vor ihm liegende Kreuz betrachtet. Können wir heutigen rastlosen Menschen noch nachvollziehen, was einstens am 04. Mai 1848 Schulprovisor Wurstner, abschiednehmend in die Mission nach Amerika, in Verse kleidete:

 

„Ruhe hier in heil´ger Stille,

ruhe von des Taumels Fülle,

ruhe, so ist Gottes Wille,

erschwing dein Herz zu Himmelshöhen

und glücklich wirst du weiter gehen!“

 

Die Firma RUD ist zurzeit dabei, das Areal vor der Sport- und Festhalle neu zu gestalten. Der Platz wird künftig Otto-Rieger-Platz heißen – in Erinnerung an den ehemaligen Rieger- und Dietz- Chef.

Anlass ist das 140-jährige Bestehen dieses Unternehmens.

 

Als die Familie Kieninger aus Altersgründen die Kapelle nicht mehr verwalten konnte, hat Architekt Josef Mettmann sie erworben. Inzwischen ist sie ins Eigentum der Firma RUD übergegangen. Nun soll unsere Kirchengemeinde im Rahmen eines Schenkungsvertrags Besitzerin dieser Kapelle werden, die zurzeit umfassend renoviert wird. Es ist vorgesehen, dass unsere Kirchengemeinde St. Maria bei künftigen Renovierungsarbeiten durch die Trude-Eipperle-Stiftung angemessen unterstützt wird.

 

 

 

 

Pfarrer

Hermann Knoblauch